OpenMediaVault – Datensicherung via SyncThing

Ich habe bereits in anderen Anleitungen die Installation und Einrichtung von OpenMediaVault als NAS-Software gezeigt.
Was bisher noch fehlte, war eine Möglichkeit, unsere Daten von einem PC oder Smartphone auf dem NAS automatisch sichern zu lassen, damit immer irgendwo eine Kopie der Daten vorhanden ist.
Diese Anleitung beschreibt kein wirkliches Backup und schon gar nicht die 3-2-1-Empfehlung.
Es handelt sich hierbei lediglich um eine Kopie.
Für mich ein „Backup für arme“, was aber dennoch im Notfall helfen kann.
Für manche genügt es auch, eine Kopie der Daten zu haben, da das Betriebssystem an sich nicht so wichtig ist.
Die Datensicherung von Windows macht im Hintergrund tatsächlich auch nichts anderes.

Eine einfache und bequeme Art eine Datenkopie automatisch erstellen und aktuell halten zu lassen, ist mit der Verwendung des Programms Syncthing möglich.
Das kostenlose und OpenSource-Tool ist für sehr viele Betriebssysteme verfügbar.

Der Vorteil für unser Ausgangsszenario ist hier, das SyncThing den Modus „nur lesen“ oder auch „nur schreiben“ besitzt.
So lassen sich Daten auf das NAS-System schreiben, aber nicht automatisch davon lesen, was eine Art Schutzmechanismus sein kann.
Ebenfalls haben wir eine Dateiversionierung mit intrigiert.
Damit ist es uns möglich, auf ältere Versionsstände von Daten zugreifen zu können, um diese im Bedarfsfall wiederherstellen zu können.
Wer auf ZFS oder BTRFS setzt und zusätzlich eine Deduplizierung aktiv hat, kann gleichzeitig auch noch Speicherplatz sparen.

Im OMV-Forum wird empfohlen, SyncThing via Docker zu installieren.
Das finde ich aber nicht sonderlich praktisch, da es mehr Konfigurationsaufwand ist und wir am Ende SyncThing nicht automatisch über die Paketverwaltung aktualisieren können.
Ohne Docker ist es meiner Meinung nach deutlich bequemer.

Die Installation ist sehr simpel!


Installation in OpenMediaVault

1. Wir fügen das offizielle Repository von SyncThing hinzu:

# apt install curl
# curl -o /usr/share/keyrings/syncthing-archive-keyring.gpg https://syncthing.net/release-key.gpg
# echo "deb [signed-by=/usr/share/keyrings/syncthing-archive-keyring.gpg] https://apt.syncthing.net/ syncthing stable" | sudo tee /etc/apt/sources.list.d/syncthing.list

2. Wir Updaten die Paketquellen und lassen SyncThing installieren

# apt update
# apt install syncthing

3. Für mehr Sicherheit und wenige Warnmeldungen, erstellen wir einen neuen Nutzer für SyncThing

# adduser backup

=> Ihr könnt ihn so benennen wie ihr wollt. Ich nutze hier den Namen “backup”, um es etwas schöner darstellen zu können, wo ein Nutzername und wo ein Programmname steht. Ihr könnt ihn auch gerne “syncthing” nennen.

4. Wir richten SyncThing nun als Dienst ein, damit das Tool automatisch bei Systemstart gestartet wird

# cd /usr/lib/systemd/system/
# cp [email protected] [email protected]
# systemctl enable [email protected]
# systemctl start [email protected]

=> WICHTIG: Ersetzt hier den Nutzernamen “backup” gegen euren Nutzernamen!

5. Zugriff auf das Webinterface über das LAN erlauben
Öffne dazu die Konfigurationsdatei, welche sich nun im Home-Verzeichnis des angelegten Nutzers (backup) befindet mit einem Editor.

# nano /home/backup/.config/syncthing/config.xml

Suche nach der Localhost-IP-Adresse und ändere diese zu 0.0.0.0 oder zur IP-Adresse deines OpenMediaVaults (z.B. 192.168.0.100)

>> 127.0.0.1:8384 ZU 0.0.0.0:8384 ODER 192.168.0.100:8384

Starte danach SyncThing neu, damit die Änderungen übernommen werden.

# systemctl restart [email protected]

=> Ersetze hier wieder den Nutzernamen “backup” gegen deinen!

6. SyncThing im Webbrowser öffnen
Du kannst nun die SyncThing-Instanz im Webbrowser öffnen, indem du die IP von OpenMediaVault inkl. des Ports 8384 aufrufst.
Die Verbindung ist NICHT verschlüsselt, daher geht nur HTTP!

http://192.168.0.100:8384/

7. Achte darauf, das dein Nutzer nun genügend Lese und Schreibrechte in dem Verzeichnis besitzt, in das die Daten abgelegt werden sollen.

# chown -R backup:backup /Pfad/wo/die/Daten/abgelegt/werden

Die Installation auf Windows

1. Lade dir SyncThing auf der offiziellen Webseite herunter:
https://syncthing.net/downloads/

Alternativ kann auch SyncTracor heruntergeladen werden:
https://github.com/canton7/SyncTrayzor
– Muss Installiert werden
– Besitzt eine eigene GUI
– Hat ein paar kleine Sonderfunktionen mehr mit dabei

2. Entpacke SyncThing und starte die syncthing.exe

Eventuell muss noch der Zugriff durch die Firewall gestarttet werden.

3. Es öffnet sich anschließend ein CMD-Fenster und kurz danach dein Standardbrowser mit der SyncThing-Webseite

Die Installation auf Linux

Wenn du ein Debian/Ubuntu-System nutzt, binde einfach auch das Repository an.

# apt install curl
# curl -o /usr/share/keyrings/syncthing-archive-keyring.gpg https://syncthing.net/release-key.gpg
# echo "deb [signed-by=/usr/share/keyrings/syncthing-archive-keyring.gpg] https://apt.syncthing.net/ syncthing stable" | sudo tee /etc/apt/sources.list.d/syncthing.list
# apt update
# apt install syncthing

SyncThing kann dann mit deinem normalen Nutzer gestartet werden.

Andere Distributionen können sich auf der Webseite eine passende Version herunterladen.
https://syncthing.net/downloads/


Weitere nützliche Links

Das Repository von SyncThing: https://apt.syncthing.net/
Weitere Möglichkeiten für die Installation eines Dienstes: https://docs.syncthing.net/users/autostart.html

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