IRL Stream-VM – Automatischer Szenenwechsel bei Verbindungsverlust

Du möchtest gerne von unterwegs aus streamen, doch möchtest den Zuschauern nicht die ganze Zeit deine Verbindungsabbrüche präsentieren?
Du möchtest aber keine teure Streaming-Maschine mieten, die diesen Job übernimmt?
Lass doch einfach deinen PC / Notebook streamen und solange dein Mobilfunk nicht will, eine Pause-Szene einblenden!

Wie das geht?
Ganz einfach mit der Stream-VM für IRL-Streams (oder auch andere Streams)!

Ich habe eine virtuelle Maschine gebastelt, welche den ganzen Job übernimmt!
Stream einfach zur Virtuellen Maschine und sie wechselt ganz automatisch die Szenen, sobald dein Netz weg ist bzw. wieder da ist. Du musst nichts weiter tun außer zu streamen!

WICHTIG: Dies ist aktuell noch eine Test-Version! Es können noch Bugs auftreten und die Bedienung ist noch nicht wirklich Nutzerfreundlich!

Wie du Unterbrechungsfreie Streams hin bekommst, lernst du in diesen 22 einfachen Schritten!


Bevor wir loslegen, habe ich noch ein paar Systemanforderungen für dich!
Diese sollten eingehalten werden, damit das ganze gut funktioniert.
– CPU: min. 4 Kerne / 8 Threads mit min. 3,5GHz (mehr ist besser!)
– RAM: min 4GB RAM (Die VM sollte 3GB minimum bekommen)
– GPU: 256MB vRAM
– Speicher: 20GB
– Netzwerk: LAN-Verbindung dringend empfohlen!
– Zugriff auf den Router (Admin-Login) oder das Wissen, wie man eine VPN-Verbindung erstellt


1. Downloade dir eine Software, um eine virtuelle Maschine zu Starten
VMware PlayerVirtualBox
=> Für beide Varianten gibt es eine passende virtuelle Maschine!
2. Installiere dir einer der Virtualisierungsoftwareprodukte (VMware oder VirtualBox)
3. Downloade dir meine fertige virtuelle Maschine:

VMware: Direkt (langsamer)Torrent (schneller) >> 4,4GB
VirtualBox: Direkt (langsamer)Torrent (schneller) >> 4GB

4. Entpacke die ZIP-Datei
5. Öffne VMware / VirtualBox
6. Öffne eine Virtuelle Maschine

7. Navigiere dich zum Pfad der entpackten Dateien
8. Öffne die virtuelle Maschine
9. Passe die Ressourcenzuweisen ggf. noch an deine Ansprüche an >> Beachte hier die Systemvoraussetzungen
10. Setze den Netzwerkmodus auf „Netzwerbrücke“ (Bridge)

11. Starte die virtuelle Maschine
12. Lass die aktuellen Updates installieren (Schutzschild rechts unten)

13. Öffne „ALBS Config“
14. Editiere folgende Dinge ab:
lowBitrateTrigger: Setze hier einen Wert, ab welchem die Szene umgeschaltet werden soll. Angaben sind in kbps. Empfehlenswert ist hier ein Wert zwischen 300 und 800
channel: Gebe dein Twitch-Kanalnamen an (Nutzername)
botUsername: Gebe einen Chat-Nutzernamen an. Hier kannst du ein Bot-Account nutzen oder deinen eigenen
oauth: Gebe hier den Token für Chat-Bots ein. Diesen kannst du über den passenden Link im Firefox abrufen lassen.
adminUsers: Gebe hier deinen Kanalnamen / Nutzernamen an.

15. Drücke STRG + X, dann Y und Enter um zu speichern
16. Starte die Webservices mit „01 Start Webservices“
17. Öffne OBS Studio und stell die Software nach deinen Wünschen einblende
TIPP: Tests können nun per LAN / WLAN gemacht werden 🙂

18. Gebe in deinem Router den Port 1935 für die virtuelle Maschine frei
19. OPTIONAL: Gebe den Port 4444 in deinem Router für die virtuelle Maschine frei, damit du eine Fernsteuerung nutzen kannst (Passwort für Websockets muss dringend geändert werden!)

20. Stelle deine Kamera-Streaminganwendung auf dein neuen Server ein
– IP-Adresse deines Routers (Deine Adresse kannst du HIER heraus finden)
– Port 1935
URL-Beispiel: rtmp://DeineIp/publish/live

=> Empfehlung für Android-Systeme: Larix Broadcaster
21. Starte OBS Studio mit dem Stream
22. Starte dein Kamera-Stream

Fertig! Du bist Live!

Das nächste mal musst du nur noch die Webservices starten und anschließend mit OBS live gehen.

Fragen, Probleme, Anregungen?
Immer her damit!

Bis dahin, viel Spaß beim Streamen!

 


F A Q

– Warum eine virtuelle Maschine und kein Programm?
Das ganze Paket besteht aus mehreren Scripten und Einstellungen, welche aus unterschiedlichsten Quellen stammen.
Eine virtuelle Maschine ist hier für dich die einfachste Möglichkeit, das ganze so umzusetzen, damit es funktioniert.
Des weiteren ist die gesamte Software kostenlos. Damit brauchst du keine Lizenzen kaufen.

– Warum Linux Mint?
Linux: Weil dort die Scripte die benötigt werden am besten funktionieren. Zudem ist das System komplett kostenfrei und wir ständig mit Sicherheitsupdates versorgt.
OBS wird auch voll automatisch aktualisiert.
Mint: Es besitzt (meiner Meinung nach) die einfachste Oberfläche für Neueinsteiger und OBS läuft auf Debian-Distributionen am besten.

– Gibts das auch für Windows?
Von mir, nein. Du kannst es aber selbst zusammen basteln, wenn du dich mit den Tools auskennst.

– Kostet mich das ganze irgendwas?
Nein, alles kostenlos! Das System, die Scripte, die Anleitung, … 🙂

– Muss ich das System updaten?
Ja! Und das solltest du regelmäßig tun!

– Was ist alles an Software installiert / was ist nicht dabei?
Das findest du in der Textdatei Syste-Info.txt und weiter unten in diesem Beitrag.
Das System ist so schlank wie möglich aufgebaut.

– Brauch ich Portfreigaben?
Soweit du direkt zu dir nach Hause streamen willst, dann ja. Du kannst dir auch eine VPN einrichten, meiner Erfahrung nach schmälern diese aber die Bandbreite stark. Daher lieber direkt hin streamen.
Du brauchst nur Port 1935 (TCP + UDP) wenn du nur streamen möchtest und nicht dein OBS von unterwegs aus steuern willst.

– Beim Starten der Maschine fragt mich das Programm ab, ob ich die Maschine verschoben oder kopiert habe?!
Drück auf „copy“, also kopieren.

– Welcher Kodierer kann ich nutzen?
Bis jetzt aktuell nur CPU, da GPU über die Virtuelle Maschine leider nicht geht.

– Der Stream ruckelt stark, da die CPU ausgelastet ist.
Weise der virtuellen Maschine genügend CPU-Kerne zu. Am besten alle, die dein System besitzt.
Hat deine CPU 4 Kerne und 8 Threads, weise in den Einstellungen 8 Kerne zu.
Sollte der Stream immer noch ruckeln, reduziere die Qualität des Streams in den OBS-Einstellungen.

– Ich habe keine Netzwerkverbindung!
Prüfe die Einstellungen im Bereich Netzwerk der Virtualisierungssoftware (VMware / VirtualBox).
Eventuell hilft es etwas, wenn du dein Netzwerkadapter neu zuordnest.

– Brauch ich Port 4444 und Web Socket?
Soweit du dein OBS von unterwegs aus steuern möchtest, kannst du über diesen Port (TCP + UDP) und einer netten Webanwendung (ist im Firefox verlinkt) OBS steuern. Ändere aber davor das Web Socket Passwort in OBS und in den ALBS Config ab!! Dort ist „password“ als Passwort hinterlegt. Das ist NICHT sicher!

– Bin ich auf die 5 Szenen beschränkt?
Diese sind aktuell notwendig. Du kannst aber neue jederzeit hinzufügen. Das Script nutzt diese aber nicht automatisch!

– Kann ich OBS auf meinem normalen System zum Streamen nutzen?
Du musst das Web Socket Plugin installieren, Szenen einrichten und die IP-Adresse + Kennwörter korrekt eintragen. Dann kannst du auch dein OBS auf deinem Hauptsystem nutzen.
Du musst aber weiterhin zur VM streamen, da dort der Webserver (Streamserver) läuft.

– Im Terminal-Fenster kommt dauerhaft ein Error mit Fehlerhaften Loginversuchen.
Das ist der Chat-Bot. Das Script funktioniert noch nicht 100%ig. Sorry 🙁
Das hat aber keine Auswirkung auf die anderen Funktionen.

– Kann ich die VM auch auf einem Server im Rechenzentrum installieren?
Ja! Das kannst du tun, soweit die Virtualisierungs-Erweiterungen des Systems aktiviert sind.
(Du kannst keine virtuelle Maschine in einer virtuellen Maschine – vServer – starten 😉 )

– Meine IP ändert sich immer (alle 24 Stunden) und ich bin länger unterwegs. Was tun?
Nutze DNS-Tools wie NoIP oder DynDNS. Damit erhälst du eine Domain und dein Router oder PC meldet dem Dienst immer die aktuelle IP.
(Dies beeinträchtigt nicht die Bandbreite.)

– Kann ich mein OBS von unterwegs aus steuern?
Ja, per OBS Tablet Remote! Einfach IP des Streamservers angeben, Port 4444 und das SuperSichereKennwort. Schon kannst du dein OBS steuern.
>> Ändere unbedingt das Passwort von Websocket ab, sofern du von außen auf OBS zugreifen willst!

– Wenn jemand meine IP kennt, kann er ja einfach bei mir Streamen?!
Ja, daher kannst du (wenn du weißt wie) den „Streamkey“ von live auf etwas anderes setzen.
Wenn du eine VPN nutzt, kann keiner in dein Heimnetz eindringen und streamen, du musst aber dann ggf. mit Bandbreitenlimitierungen rechnen.
Eine bessere Möglichkeit das ganze abzusichern, ist mir noch nicht eingefallen.
Vorschläge sind immer gerne gesehen.

– Muss ich beim Beenden des Streams irgendetwas beachten?
Nein, einfach den Stream beenden, OBS schließen und das System herunterfahren.

– Gibt es bevorzugte Streaming-Apps oder allgemeine Vorgaben?
Nein. Für Smartphones nutze ich die App Larix Broadcaster. Andere Apps funktionieren aber auch.
Wer mit „besserem“ Equipment auf die Reise gehen möchte, sollte Zuhause sein Kamerastream ausgibig testen, bevor es los geht.
Wir brauchen am Ende ein RTMP-Stream und dieser muss Port 1935 nutzen.
Allgemein gilt auch für mobile Livestreams die „Richtwerte“ einzuhalten. Falls du meine Richtwerte noch nicht kennst, findest du diese HIER.

– Wie finde ich die IP-Adresse der virtuellen Maschine heraus?
Entwieder über die Netzwerkeinstellungen des Systems (erreichbar über die Taskleiste rechts unten), oder per Terminal-Befehl „ifconfig“.

– Die VM in VMware Player zeigt mir nur eine 10MBit/s Verbindung an. Da ist was kaputt!
Nein. Das ist normal. Das ist scheinbar ein Bug von VMware. Es wird im normalfall die ganze Anbindung (meist 1GBit/s) genutzt.
Bei Bedenken mach einfach einen Speedtest und kopiere eine größere Datei über das Netzwerk.

– Ist es erlaubt, die Virtuelle Maschine zu editieren / zu verbessern?
Ja gerne! Es ist deine Maschine, mach mit ihr was du willst.
Hast du wirklich tolle Verbesserungen, so melde dich doch bei mir, das ich diese in das Projekt mit Aufnehmen kann.

– Wie gebe ich Ports im Router frei?
Dazu habe ich HIER ein extra Tutorial erstellt. Ich hoffe es hilft dir 🙂

– Gibt es sowas auch irgendwo online? Ich möchte mein PC nicht dauerhaft laufen lassen.
Ja, doch diese Angebote kosten (finde ich) sehr viel Geld im Monat! Daher habe ich diese VM gebastelt.
Du kannst aber gerne einen Root-Server oder Dedicated Server in einem Rechenzentrum mieten und dort die virtuelle Maschine drauf packen. Dies ist dann teilweise günstiger als sich etwas „fertiges“ zu mieten.

Mein Ziel ist es, alle Funktionalitäten bis auf OBS Studio, auf einem Server im Internet bereit zustellen, damit du Zuhause nur noch OBS auf deinem PC brauchst und keine Portfreigaben machen musst.
Bis das jedoch soweit ist, wird es noch etwas dauern.


System:

Linux Mint 19.2 „tina“ 64bit
Letzte Updates vom: 04.10.2019
DHCP: Aktiviert (IPv4 + IPv6)
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Systemname: Stream-VM

Zugangsdaten:
Benutzer: root
Passwort: 123456

Benutzer: streamvm
Passwort: 123456

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Folgende Programme wurden deinstalliert
– GIMP
– Simple Scan
– HexChat
– Thunderbird
– Transmission
– Libre Office
– Calendar
– Rhythmbox
– Java

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Folgende Softwarepakete wurden installiert*
– htop
– open-vm-tools
– ffmpeg
– Open Boradcaster Studio + SCRIPTDING
– nginx + RTMP-Modul
– nginx-obs-automatic-low-bitrate-switching
– AddOns für Firefox
– build-essential
– libpcre3
– libpcre3-dev
– libssl-dev
– tar
– unzip
– make
– git
– Screen
– VLC Player

*Für einzelne Pakete noch notwendige Pakete, welche automatisch installiert wurden, wurden nicht mit aufgelistet.

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Folgende Einstellungen wurdem im System vorgenommen:
– Sprache: Englisch
– Snapshots: AUS
– Update-Server: Deutschland
– Automatische Updatsuche wurde aktiviert

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