SolarLog 1200 – SD-Karte tauschen

Wer eine PV-Anlage besitzt, hat vielleicht auch ein SolarLog.
Damit lassen sich sehr bequem weitere Verbraucher steuern und die aktuellen Werte der Anlage auslesen so wie dokumentieren.
Das blöde dabei, SolarLog kam auf die grandiose Idee die Daten auf einer SD-Karte zu speichern.
SD-Karten sind aber für solche Einsatzzwecke nicht ausgelegt.
Dadurch gehen die Karten nach 2-3 Jahren im Einsatz gerne mal kaputt.
Das Problem hierbei ist, das SolarLog es dem Kunden schwer macht, diesen einfachen Tausch selbst zu tätigen, damit das Loggen weiter gehen kann.
Aus gegebenen Anlass, habe ich daher diese Anleitung geschrieben.

Wie merkt man das die SD-Karte kaputt geht / ist?
– Der SolarLog bootet nicht mehr
– Der SolarLog stürzt des öfteren ab
– Der SolarLog zeigt komplett falsche Werte an
– Ertragswerte fehlen oder sind nicht korrekt
– Einstellungen werden nicht übernommen

Um fair zu bleiben: Die neusten Gerätschaften von SolarLog haben scheinbar keine SD-Karte mehr.
Vielleicht haben sie ja was dazu gelernt.
Bin selbst man interessiert, welches Bauteil hier nach 2-3 Jahren kaputt geht 😉

Ich möchte dir hier anhand eines SolarLog 1200 zeigen, wie man die SD-Karte selbst tauschen kann.
Dieses Prozedere funktioniert auch mit Firmware-Versionen über 4.X!
Im Internet findet man nur Anleitungen die angeblich maximal Version 3.X unterstützen.
Ein extrem langer Thread zu diesem Thema, gibt es hier.

VORAB: Ich übernehme keine Haftung für Beschädigungen am SolarLog! Du bist selbst für das was du tust verantwortlich!
Diese Anleitung wurde nach besten Wissen und Gewissen geschrieben, kann aber Fehler enthalten oder bei dir nicht funktionieren!
Verwendung auf eigene Gefahr!

Legen wir los!


ACHTUNG: ALLE Daten des SolarLogs gehen mit diesem Prozedere verloren! Sichere diese davor ab!
Mit dem öffnen des Gerätes, geht die Garantie und Gewährleistung verloren!*

*Die SolarLog-Modelle mit SD-Karte werde NICHT mehr Produziert und daher auch nicht mehr von SolarLog bei Defekt getauscht. Wenn du die Anleitung aber jetzt benötigst, ist die Garantie und Gewährleistung ohnehin schon abgelaufen.

Was brauchen wir?
– Die Info, welche Firmware-Version aktuell auf dem SolarLog installiert ist / war (Konfiguration → System → Firmware → Installierte Version)
– Eine neue SD-Karte mit 2-4GB Speicherplatz
– Werkzeug, um den SolarLog aufzuschrauben
– Ein Rechner, mit dem wir die SD-Karte formatieren können (Smartphones / Tablets sind ungeeignet!)
– Die passende Firmware für den SolarLog (Download)

Gibt es eine Empfehlung bei SD-Karten?
Nicht wirklich. Nimm nicht den billigsten Kram.
Ich habe bisher gute Erfahrung mit den SanDisk-Karten mit goldenem Farbzug (“Extreme”).
Vielleicht hälst du nach den „Premium“-Modellen von SD-Karten Ausschau, die ein paar mehr Lese und Schreibzyklen aushalten können.

1. Backup anfertigen.
Soweit der SolarLog noch „funktionstüchtig“ ist, fertige schnellstmöglich ein Backup der Daten an, sofern du sie noch brauchst.
Das geht einfach über das Webinterface, sofern die Funktion noch sauber läuft.
Ich empfehle hier allerdings alle Daten „händisch“ zu sichern.
Ertragsdaten also am besten in CSV-Daten speichern und Einstellungen per Bildschirmfoto „sichern“, damit wir diese später wieder einsetzen können, wo sie hin sollen.

Ich rate davon ab, Einstellungen per Export-Funktion zu sichern und wieder einzuspielen.
Dadurch besteht das Risiko, das wir fehlerhafte Daten wieder importieren und der SolarLog danach wieder „spinnt“. Das wollen wir ja nicht.
Lieber das von Hand machen und auf der sicheren Seite sein.

2. SolarLog ausschalten.
Ziehe den Stecker und Warte ein paar Minuten, damit alle Kondensatoren sich entladen können.

3. Schraube den SolarLog hinten auf.
Es begrüßt uns die Platine, aber nun Vorsicht!

4. Die Platine von Unten am Stromanschluss vorsichtig anheben.
Du siehst ein Flachbandkabel, welches das kleine Statusdisplay mit der Platine verbindet.

5. Schiebe die kleinen Klemmennasen für das Flachbandkabel nach oben, um die Halterung zu lösen.
Nun kannst du das Flachbandkabel vorsichtig herausziehen.
Dieser hebel geht ca. 1mm hoch.

6. Hebe die Platine gerade nach oben, um sie aus dem Gehäuse zu entfernen.
Versuche es so gerade wie möglich zu machen, denn das Gehäuse hat einige Halterungsstäbe, was das Kippen der Platine fast unmöglich macht.
Nur relativ gerade lässt sich die Platine herausheben.

7. Links unter dem Hauptdisplay ist der SD-Karten-Slot.
… da ist der Schlingel ….

8. Durch drücken der SD-Karte Richtung Platineninnere lässt sich die SD-Karte entnehmen.
Die SD-Karte rastet nämlich im Slot ein.

9. Stecke deine neue SD-Karte an einen Rechner an.

10. Lege am Rechner selbst eine neue Partition auf der SD-Karte an, welche 2GB hat – maximal sind hier 3800MB möglich
Sind Partitionen größer als 4GB, lässt sich die SD-Karte gleich nicht formatieren!

11. Formatiere die SD-Karte im FAT-Format, nicht im FAT32-Format!
SolarLog hat sich extreme Mühe beim erstellen des Betriebssystems gegeben und nur Support für FAT-Formatierungen implementiert.
Geistreich …
Es ist gut möglich, das dieses alte Format nur per Kommandozeile genutzt werden kann.
Sollte daher bei deinem favorisierten Verwaltungstool für Festplatten die Formatierung FAT nicht zur Verfügung stehen, kannst du es immer noch per Kommandozeile erledigen.

Für Windows wäre dies folgender Befehl, wenn die SD-Karte den Laufwerksbuchstabe K: hat:

format K: /FS:FAT /Q

12. Lade dir die Firmware herunter, die bisher auf dem SolarLog war.
» Download
Es MUSS hierbei die Version sein, die bisher installiert war.
Ältere Versionen lassen sich NICHT installieren, nur neuere!
Downgrades sind daher NICHT möglich.

13. Kopiere die Firmware-Datei, welche die Dateiendung .bin hat, auf die SD-Karte.

14. Benenne die Datei von firmware-[VERSIONSNUMMERN].bin in „firmware_update.bin“ um.
Es sollte sich keine weiteren Daten auf der SD-Karte befinden, nur die Firmware.

15. Entferne die SD-Karte aus dem Rechner und setze sie im SolarLog wieder ein.

16. Bau den SolarLog wieder komplett zusammen
Das ist wichtig, da beim ersten Startvorgang alle Systemkomponenten wie Displays abgefragt werden.
Fehlen diese, Startet das System unter Umständen nicht.

17. Starte den SolarLog wieder

18. Im kleinen Display sollte nun „FW“ erscheinen für Firmware-Update
Anschließend sollte „Boot“ zu sehen sein, gefolgt von einer Prozentangabe die 3x durch läuft.
Auf dem Hauptdisplay sollte das SolarLog-Logo zu sehen sein.
Das Display kann mehrfach dabei Flackern.
Der Prozess läuft insgesamt 3x durch.
Pro Durchlauf kommt ein weiterer Punkt auf dem kleinen Display rechts unten dazu.
Das kann 10 Minuten dauern.

Sollte der Vorgang länger als 20 Minuten dauern, wiederhole das gesamte Prozedere.
Manchmal braucht das Ding 2-3 Versuche.

Sobald alles durch ist, sollte der SolarLog uns mit der Einrichtung begrüßen.
Sollten wir die Sprache einstellen dürfen, hat alles geklappt.
Du kannst nun den SolarLog wieder mit deinem Netzwerk verbinden und alles bequem per Webbrowser erledigen.

Viel Spaß!

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