Freifunk – Hoerlis großes FAQ

Hier findest du viele Fragen, die ich mir gestellt habe und du dir mit Sicherheit auch.
Soweit ich eine Antwort auf die Fragen gefunden habe, stehen sie hier im FAQ drin!

Damit möchte ich dir den Start mit Freifunk etwas einfacher gestalten.
In Fett ist immer die eigentliche Frage, in normaler Schriftart darunter dann die Antwort.
Das FAQ wurde meist mit eigenem Wissen erstellt. Einige Punkte basieren aber auf Einträgen von diversen Wiki-Seiten.
Ich garantiere nicht für 100% Richtigkeit.

– Warum gibt es Freifunk?
Das wird am besten hier in dem Video erklärt:

– Kostet das nutzen von Freifunk Geld?
Nein. Keinen einzigen Cent!

– Muss ich beim Benutzen irgendwas beachten?
Nein. Es gibt keine AGBs die zugestimmt werden müssen, noch irgenwelche Logins.
Einfach das WLAN auswählen und los gehts!
Nur denk daran: Mach kein Scheiß! Verhalte dich wie zuhause. Also surfe nur auf legalen Seiten und bau kein Mist! Jemand gibt dir gratis WLAN. Respektiere das.

– Gibt es für den Nutzer Bandbreitenbeschränkungen?
Nein. Du hast in der Regel weder ein Datenvolumen noch irgendeine Bandbreitenbeschränkung.
In den meisten Fällen gibt der Betreiber sein ganzes Internet zur Verfügung. Die Bandbreite kann er aber für private Zwecke auch etwas einschränken. Einziger Flaschenhals stellt hier die VPN-Verbindung zwischen WLAN-Router und dem Gateway dar.

– Von wem wird Freifunk betrieben?
Von hauptsächlich privaten Personen. Einige Firmen setzen es auch ein.
Die Communitys verteilen aber auch selbst überall im Land die Router und warten diese.

– Wo finde ich Freifunk HotSpots?
Eine offizeielle Karte gibts HIER. Diese gibt es auch als App fürs Smartphone.
Dort werden aber nicht alle HotSpots gezeigt, da Betreiber ihren HotSpot von der Karte „verstecken“ können.

– Warum gibt es so viele Communitys und keine große für alle?
Die eine „Große“ gibt es. Sie nennt sich Freifunk.
Durch die kleineren Gruppierungen kann man das ganze noch dezentraler aufbauen. So ist keiner von irgendjemand abhängig.
Zudem kannst du sehr schnell herausfinden, wer in deiner Umgebung schon aktiv ist.
Durch die Lokalisierung, kannst du auch recht schnell Hilfe finden, soweit du welche benötigst.
Falls es noch keine Community bei dir gibt, kannst du eine erstellen.
Kost nix 🙂
Die Communitys sorgen auch dafür, das die Infrastruktur in deinem Gebiet auch sauber läuft. Das bedeutet, sie verwalten die Gatways und die VPN-Dienste.

– Ist das WLAN sicher?
Ja und Nein.
Das WLAN ist offen. Deine Datenpakete wandern also von deinem Gerät zum Router komplett unverschlüsselt und können abgefangen werden.
Das verwenden einer VPN auf deinem Endgerät wird daher immer empfohlen!
Ab dem Router geht es aber dann verschlüsselt weiter zu einem Exitnode (Server im Rechenzentrum). Auf dem Weg kann nichts abgehört werden.
Onlinebanking & Co. würde ich daher nicht über Freifunk machen.
Es ist so sicher wie jeder offene HotSpot auf der Welt.

– Ist das WLAN / Internet zensiert?
Nein. Es ist nicht zensiert! Alle Internetseiten sind frei zugänglich. Auch ins TOR-Netzwerk kannst du surfen.

– Wird etwas geloggt?
Nein. Nichts direkt.
Zur Verwendung des HotSpots werden aber deine MAC-Adresse dem Accesspoint übermittelt und deinem Gerät eine IP zugewiesen. Dies muss einfach gemacht werden, damit die Technik funktioniert. Auch wird eine eine Statistik geführt, wie viele Clients an dem HotSpot angemeldet sind und wie viel Traffic darüber gehen. Wer oder was den Traffic verursacht, wird nicht gespeichert. Zudem wird nicht gespeichert, was du für Seiten aufrufst.
Das will bei Freifunk keiner wissen.

– Wie schnell ist das WLAN?
Die tatsächliche Bandbreite die verwendbar ist, hängt von vielen Faktoren ab.
Da hier eine VPN-Verbindung genutzt wird, wird dadurch einiges an Performance genommen.
In der Regel sind zwischen 6Mbit/s und bis zu 50Mbit/s zu erwarten.
Es hängt aber auch von den Örtlichkeiten und der dort verfügbaren Bandbreite ab.
Für mehr Bandbreite ist eine „vernünftige“ Hardware notwendig. Dann geht auch weit mehr 😉

– Warum ist das WLAN so langsam?
Freifunk leitet alle Datenpakete über eine VPN zu einem Server. Der VPN-Dienst läuft meist auf dem WLAN-Router selbst, welche meist nicht viel Leistung haben.
Die Verschlüsselung braucht aber sehr viel Leistung, da sie über die CPU läuft (meist auf User-Ebene). Je nach eingesetzter Hardware und eingesetzter VPN-Software bremst das stark das Internettempo aus.
Es kann aber auch vorkommen, das die Gateways (Server im Rechenzentrum) überlastet sind.

– Warum nutzt Freifunk VPN-Technologie?
Damit leitet Freifunk den gesamten Internetverkehr an ein oder mehrere zentrale(n) Server und von dort aus ins Internet. Das schützt den Betreiber des HotSpots, damit nicht in wenigen Stunden die Polizei vor der Tür steht.
Es gibt zwar keine Störerhaftung mehr, aber sicher ist sicher.
Zusätzlich wird dadurch eine weitere Sicherheitsbarriere zu deinem privaten Heimnetz geschaffen.

– Was ist Freifunk Mesh?
Freifunkrouter können sich untereinander direkt per WLAN verbinden, soweit sie in Reichweite sind. Dabei kann über ein WLAN-HotSpot gleich mehrere Internetverbindungen genutzt werden.
Dadurch kann Freifunk ausfallsicher gemacht werden.
Als Beispiel: Du und dein Nachbar betreiben beide ein Freifunk-HotSpot, welche sich gegenseitig erreichen können. Bei deinem Nachbar fällt das Internet aus. Er kann aber weiterhin über sein Freifunk-HotSpot im Internet surfen, da er deinen erreicht und damit über deine Internetleitung online sein kann.

– Kann man über Freifunk illegale Daten herunterladen?
Ja kann man. Man sollte es aber nicht tun und es ist untersagt dies zu tun.
Verhalte dich nett und freundlich! Jemand stellt dir gratis WLAN zur Verfügung, also missbrauch es nicht!
Die Community wird alles geben, um dir die Rechnung zu Übergeben, solltest du etwas „angestellt“ haben.

– Kann ich selbst einen Freifunk WLAN erstellen?
Ja! Und das sollst du auch tun!
Wie das geht, habe ich schon in mehreren Tutorials gezeigt.
Eine Textanleitung für den Schnelleinstieg gibts z.B. HIER.
WARNUNG: Einige Internetanbieter verbiten solch ein Vorhaben in den AGBs. Eine kurze Auflistung gibts HIER.
Du kannst es natürlich machen, auch wenn es in den AGBs untersagt ist. Dein Anschluss kann aber gekündigt werden!
Am besten fragst du bei deinem Provider bei Bedenken einfach noch einmal nach.

– Kostet das bereitstellen eines Freifunk HotSpot Geld?
Etwas, aber nicht viel.
Du musst einen passenden Router kaufen, hast laufende Stromkosten dadurch (welche sehr gering sind) und musst einen Internetanschluss bereitstellen.
Die Software ist komplett kostenfrei und das verwenden der Gateways ebenfalls.
Die Betriebskosten für einen Freifunkrouter liegen meist im einstelligen Eurobereich.

– Was brauch ich um einen Freifunk HotSpot zu erstellen?
Einen unterstützten Router, die Freifunk-Firmware und einen Internetzugang.
Zum einrichten noch einen Rechner und ein LAN-Kabel. Mehr nicht.
Was du alles tun musst, habe ich HIER einmal beschrieben.

– Kann ich jeden Router verwenden?
Nein. Es werden nur ein paar Modelle komplett Unterstützt.
Welche Hardware genutzt werden kann, findest du auf den Webseiten der Communitys.

– Warum brauch ich extra Hardware?
Auf dem Router läuft neben einem „Internetrouter“ noch eine VPN-Verbindung und diverse Management-Dienste. Das würde dein normaler Heimrouter zusätzlich nicht packen.
Zudem ist es für dich als Betreiber sicherer, da ein komplett neues Netzwerk damit erstellt wird. Somit haben es die Nutzer viel schwerer, in dein Heimnetzwerk einzudringen.

– Wie teuer ist eine passende Hardware die für einen Freifunk-Router umgebaut werden kann?
Passende Hardware gibts ab 20-30€ zu haben. Wer größere Bereiche Abdecken will oder mehr Nutzer erwartet, muss etwas tiefer in die Tasche greifen.

– Welches System wird für Freifunk eingesetzt?
Das OpenSource-System OpenWRT und Gluon.
Alles ist OpenSource. Du kannst jederzeit in den Quellcode gucken und auch daran mitwirken.

– Verliere ich die Garantie von meinem Router, wenn ich Freifunk nutze?
Lese dazu dir die AGBs des Herstellers vom Router durch.
Bei vielen Herstellern erlischt die Garantie und Gewährleistung sobald man das OS verändert.
Andere wie TP-Link erlauben dies ohne Probleme.
Sollte etwas mit dem Gerät sein, versuche es in den Ursprungszustand zu bringen (Originale Firmware des Herstellers) und schicke es dann ein.

– Wie schützt mich als Betreiber die VPN-Funktion?
Sämtlicher Traffic der über das Freifunk-WLAN geht, wird zuerst an einen Server in einem Rechenzentrum per VPN geschickt. Erst ab dort geht es ins Internet.
Von Außen betrachtet, sieht man nur die IP des VPN-Servers im Rechenzentrum, nicht deine von Zuhause.
Du kannst also als Betreiber erst einmal nicht identifiziert werden.
Bei Verdachtsfällen, wendet sich die ermittelnde Behörde an die Freifunk-Community, die bei solchen Fällen gezielt helfen kann. Du bist erst einmal frein raus.

– Es gibt aber keine Störerhaftung mehr. Brauch ich noch die VPN?
Durch das nutzen der VPN, ersparst du dir unangenehme Besuche der Polizei oder Briefe von Hobby-Abmahnanwälten.
Es macht die Sache etwas angenehmer und entspannter für alle Beteiligten.
Die VPN-Server sind meist bei der Bundesnetzagentur gemeldet, so dass bei Verdacht die korrekten Personen ohne großen Aufschrei kontaktiert werden können. Auch gibt es Gateways im Ausland, so dass es noch schwiriger wird, irgendetwas nachzuverfolgen.

– Welche VPN-Dienste werden genutzt?
Das hängt je nach Community ab.
Viele benutzen fastd, L2TP, einige OpenVPN oder auch Wireguard.
Es hängt immer von deiner Community ab.

– Wie kann ich die Freifunk-Performance erhöhen?
Du möchtest mit sicherheit mehr Bandbreite.
Dies ist nur mit besserer Hardware möglich.
Da im Hintergrund ein VPN-Dienst läuft, welcher viel CPU-Leistung braucht, musst du einen Router mit viel CPU-Power besorgen.
Möchtest du über 100Mbit/s zur Verfügung stellen, solltest du einen Offloader nutzen, der eine wirklich gute CPU hat. Normale Router packen dies nicht.
(Was ein Offloader ist, steht unten.)

– Ich sehe ein WLAN mit MAC-Adresse als Name oder auch Comunityname-Domäne-mesh. Was ist das?
Das ist das WLAN des Mesh-Dienstes. Dein Router erstellt ein neues WLAN für Mesh, worauf sich die Rounter untereinander verbinden.
In der Regel ist es versteckt, doch diverse Linux-Distributionen zeigen es an.

– Kann ich für die verwenden des WLANs Geld verlangen?
Freifunk steht für gratis WLAN. Geld sollte damit also keins verdient werden.
Das schadet dem Projekt.

– Wie trete ich mit den Communitys in Kontakt?
Sie haben viele Kontaktmöglichkeiten. Neben Oldschool E-Mail gibt es auch Chat-Messenger oder auch Foren. Schau einfach mal auf den Webseiten deiner Community in der Nähe vorbei.
Natürlich sind viele auch in Sozialen Plattformen wie Facebook, Twitter, Mastodon & Co. unterwegs.

– Muss ich als Betreiber zu den Communitytreffen gehen?
Nein. Es freut alle sehr, wenn du lediglich einen HotSpot betreibst. Mehr will man nicht 🙂
Du kannst aber hin gehen. Es ist komplett freiwillig.
Da kann man sich „offline“ unterhalten 😉

– Es gibt so viele Foren, Chats und Infoseiten. Welche brauche ich?
In der Regel reichen die offiziellen Seiten von Freifunk und die deiner Community.
Dort steht alles drin, was du wissen musst. Ebenfalls erhällst du dort gezielt Hilfe, wenn du ein Problem hast.
Du kannst aber gerne die anderen Webseiten einmal besuchen und durchstöbern. Vielleicht findest du etwas interesanntes.

– Muss ich eine Lizenz beantragen oder mich irgendwo anmelden, damit ich einen HotSpot in Betrieb nehmen kann?
Nein. Da du garantiert keine 1000 Personen und mehr mit dem WLAN versorgst, musst du nichts dergleichen tun.
Auch wenn du es gewerblich nutzt, brauchst du keine Lizenz dafür.

– Was gibt es Rechtlich noch zu wissen?
Alles was man beachten sollte, ist HIER gut beschrieben. Dort steht alles wichte.

– Ich will noch mehr darüber erfahren! Wo kann ich dieses Wissen her bekommen?
Es gibt Wikis, welche zum einen von Freifunk direkt kommen, aber meist jede Community für sich selbst noch extra erstellt haben. Dort steht meist alles, was man wissen muss.
Zusätzlich stehen in den Foren, Chats und Social Media Beiträgen viel nützliches drin.
Einige aktive Personen haben auch Videoanleitungen mit vielen Tipps & Tricks erstellt. Diese sind meist auf YouTube zu finden.

– Was ist ein Accesspoint?
Auf deutsch nennt sich das Zugangspunkt und stellt einfach nur ein WLAN-Sender dar.

– Was ist ein Offloader?
Ein performanter Router.
Es ist ein extra Rechner, der mehrere Netzwerkkarten hat, woran alle WLAN-Sender (APs) angeschlossen sind.
Er übernimmt den VPN-Dienst, damit eine hohe Bandbreite für Freifunk genutzt werden kann.
Solch ein Offloader hat meist viel mehr Leistung als ein herkömmlicher Router.

– Was ist eine VPN-Verbindung?
VPN steht für Virtual Private Network. Es ist also ein komplett virtuelles Netzwerk. Damit lassen sich Datenpakete komplett abhörsicher mit zwei oder mehreren Stellen austauschen.
Das Netzwerk ist dadurch nicht an ein Gebiet (z.B. Haus) gebunden, sondern kann über das Internet erweitert werden.
Freifunk setzt mehrere VPN-Technologien ein.

– Warum gibt es den Foerderverein Freie Netzwerke e.V.?
Manchmal braucht es eine Juristische Person. Freifunk hat den Förderverrein gegründet und ist damit auch als ISP angemeldet.
So kann man dem Projekt nicht „an Karren“ fahren, wenn mal etwas sein sollte.

– Ich will etwas gutes für Freifunk tun. Wie geht das am besten?
Stell ein Freifunk-Router bei dir Zuhause auf! Das ist das beste was du tun kannst.
Natürlich kannst du auch den Communitys Geld spenden, damit diese diverse Projekte umsetzen können (z.B. ein Stadtgebiet mit Freifunkroutern ausstatten).
Dezent Werbung machen, kann auch hilfreich sein.
Du musst kein Netzwerkprofi sein, um dem Projekt etwas gutes zu tun. Es reichen nur ein paar nette Worte und vielleicht das beisteuern von bestimmten Dingen, schon läuft die Sache.

– Ich muss meinen Freifunk-Router leider abbauen. Was muss ich tun?
Einfach den Stecker ziehen! Fertig!
Schreibe auch noch deinem Knoten-Admin eine Mail, das er dein VPN-Schlüssel entfernt.
Es ist zwar schade das du ihn offline nehmen musst, aber manchmal geht es nicht anders.

– Ist das WLAN schädlich für mich?
Manche Aluhutträger meinen, das WLAN schädlich für Lebewesen ist. Das ist komplett Banane!
Das 2,4GHz-Band sendet mit maximal 100mW (Milliwatt!). In Deutschland ist mehr garnicht erlaubt. Dies ist in keinster weise für irgendjemand schädlich, noch löst dies irgendwelche Nebenwirkungen aus.
Das 5GHz-Band sendet mit maximal 1 Watt. Das ist durch die kürzere Wellenlänge zu 2,4GHz genau so wenig schädlich.
Wer etwas anderes behauptet, soll Beweise leifern 😉
(„Ich fühl mich nicht gut, wenn WLAN neben mir steht“, ist kein Beweis.)

Ein Kommentar

  1. Pingback:Freifunk - AVM FritzBox / Repeater mit Firmware ausstatten - Hoerli.NET

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

* Durch das Absenden dieses Kommentars werden deine angegebenen Daten auf dem Server gespeichert. Du stimmst dadurch den Datenschutzbedingungen zu.