Erweiterungen für den Pine ROCK64

Wer mit dem Gedanken spielt, sich einen Pine ROCK64 anzuschaffen, findet einige Erweiterungen für das Gerät. Auch auf der Herstellerseite findet man diese.
Doch was braucht man wirklich?
Das will ich hier klären.

Ich selbst bin auch Einsteiger und musste mir Gedanken machen, was ich alles kaufe und was nicht.

Ist eine SD-Karte pflicht?

Ich würde auf jedenfall eine SD-Karte kaufen, soweit a) kein eMMC-Speicher gekauft wird und b) das gewünschte Betriebssystem kein USB-Boot besitzt.
Es können auch manche Systeme nur per SD-Karte auf einem eMMC-Chip installiert werden. Hat man also keine, sieht man alt aus.
Meine Empfehlung ist hierbei eine Karte mit 32GB oder 64GB. So hat man genug Platz für das System und ein paar Programme / Daten.

eMMC Speicherchip

Der ROCK64 besitzt die Möglichkeit, ein eMMC Speicherchip aufzustecken.
Damit besitzt der ROCK64 direkt ein Speichermodul und man muss sich keine SD-Karte besorgen.
Zudem ist der ROCK64 so aufgebaut, das zu allererst bei einem vorhanden eMMC-Chip auf ein gültiges Betriebssystem gesucht wird.
Bedeutet, er such dort nach Boot-möglichkeiten.

Soll ich mir einen kaufen?
Warum nicht.
So kannst du den SD-Kartenleser für Speichererweiterungen frei halten.

Gibt es Nachteile?
Ja. Der Speicher verhält sich wie eine SD-Karte. Ein System muss daher über ein zweites System (z.B. Windows, Linux,..) mit einem passenden Programm (z.B. Etcher) auf den Chip geflasht werden.
Nur mit Hilfe eines passendem Scripts, lassen sich Systeme von eine SD-Karte auf den eMMC-Speicher kopieren.
Passende Scripts inkl. System sind aber Mangelware. Bisher konnte ich nur Ubuntu Xenial (16.04) mit dem MATE Desktop ausfindig machen.
Um Systeme auf den eMMC-Speicher zu bekommen, gibt es USB-Adapter. Dazu kommen wir gleich.

eMMC-USB-Adapter

Wer für seinen Pine ROCk64 einen eMMC-Speicher kaufen möchte, sollte unbedingt einen USB-Adapter dazu kaufen.
Warum?
Nur so können wir recht einfach und schnell neue Systeme auf den Speicher bekommen.
Wie oben bei eMMC Speicher erklärt, sind Pakete mit System und Installationsscript von einer SD-Karte aus Mangelware.
Bei einem Kauf eines eMMC-Speicherchips sollte auf jedenfall ein eMMC-USB-Adapter gekauft werden.
Diese kosten zwischen 8€ und 10€.

Kühler für den ROCK64

Soll der ROCK64 gekühlt werden?
Diese Frage habe ich mir auch gestellt und bin auf den Entschluss gekommen: Ja!
Wer etwa aufwändigere Programme auf dem ROCK64 laufen lässt, sollte ihn etwas kühlen.
Bei Systemupdates wird er z.B. sehr warm.
Passiv oder Aktiv?
Für den normalen Gebrauch, reicht im Normallfall eine Passivkühlung.
Hierfür habe ich zufällig noch kleine Kühlkörper mit Wärmeleitpads von Alphacool da gehabt, welche den Chip gut runter kühlen. So hat er eine Idle-Temperatur von rund 35°C. Das ist gut.
Wer noch einen kleinen Lüfter übrig hat, kann ihn mit PIN 4 und 6 mit 5 Volt versorgen. Damit wird der ROCk64 auch bei Last schön kühl gehalten.

WLAN

Auf der Webseite gibt es die Möglichkeit für den ROCk64 direkt ein WLAN-Stick zu kaufen.
Sinnvoll?
Ja, soweit du WLAN benötigst.
Der ROCK64 hat von Haus aus kein WLAN, daher muss separat etwas dazu gekauft werden.
WLAN funktioniert auf dem ROCK64 aber nur, sofern ein passender Treiber installiert ist.
Mit Android und Debian hat die WLAN-Verbindung direkt funktioniert. Mit Ubuntu 16 und 17 wurde der Stick aber nicht gefunden. Hier muss man manuell Treiber nachinstallieren.
Wer aber nicht unbedingt WLAN benötigt, muss auch keins dazu kaufen.
Der ROCK64 besitzt immerhin ein 1Gbit/s LAN-Port

Tastatur & Maus

Zur ersten Einrichtung muss eine Maus und Tastatur vorhanden sein. Ansonsten sieht man schnell alt aus.
Bei den meisten Systemen ist zwar schon ein SSH-Client aktiviert, damit man z.B. mit einem zweiten Rechner direkt sich auf den ROCK64 aufschalten kann, jedoch sollte die Ersteinrichtung immer direkt auf dem Gerät durchgeführt werden.

Fernbedienung

Wer ein Android TV installieren möchte, der kann sich bedenkenlos eine Fernbedienung dazu kaufen.
Es erleichtert auch die Bedienung der Oberfläche, da diese für Fernbedienungen ausgelegt ist.
Mit einer Tastatur lässt sich die Oberfläche aber auch bedienen.

Das Gehäuse für 8$ holen?

Ich habe es mir gekauft.
Es sieht zum einen etwas nett aus, schützt die Platine aber vor größeren Beschädigungen durch die Anwesenheit unwissender Personen bzw. Lebewesen und man kann das Gerät auch im laufenden Betrieb gut festhalten.
Auch sitzt das Ding dann fest auf einer Platte, welche nicht Leitfähig ist. So muss man sich dort keine Sorgen machen.
Wer möchte, kann so auch ein kleinen Lüfter gut anbringen.

Netzteil kaufen?

Hier sage ich direkt mal: Ja!
Es sei denn, du kannst ein passendes Netzteil mit 5Volt und 3 Amperé auftreiben.
Eine stabile Stromversorgung ist hierbei Pflicht.
Das Netzteil auf der Seite von Pine, ist ausreichend dimensioniert und besitzt Steckeradapter für Deutschland / Europa, Amerika und Asien.
Da der ROCK64 kein Mini-USB wie z.B. ein Raspberry Pi hat, kann das Netzteil eines PI’s trotz passender Werte nicht verwendet werden.
Falls man den ROCK64 auf Reisen mitnehmen möchte, ist eine Stromversorgung fürs Auto ganz sinnvoll.
Man findet nicht so einfach irgendwelche 08/15 Ladekabel mit 5Volt und 3Amperé. Daher empfehle ich das vom Hersteller.

Jumper – Alt aber Wirkungsvoll!

Früher hatte jeder Rechner noch „Jumper“.
Das sind kleine Brücken für die Pins auf dem Board, welche dem Gerät dann einige Einstellungen Hartcodiert vorgeben.
Der ROCk64 benötigt solch eine Brücke, um z.B. den Bootvorgang des eMMC-Chips zum umgehen und stattdessen auf eine SD-Karte zu lenken (z.B. für Neuinstallationen des Systems).
Es ist sehr empfehlenswert sich ein Jumper zu besorgen, soweit man nicht andauernd die Brücke mit einem Draht machen möchte.
Es ist angenehmer zu machen und man produziert nicht ausversehen einen Kurzschluss.
Jumper gibt’s in alten PCs (entweder in deinem Keller oder auf dem Schrottplatz) oder auf eBay.

TouchScreens

Wer mit dem Gedanken spielt, sich ein Touchscreen anzuschaffen, sollte ein paar Dinge beachten.
Die Bildschirme müssen per HDMI angeschlossen werden. Ein extra Display-Ausgang besitzt der Pine ROCK64 nicht. Ein Raspberry Pi hat so ein Anschluss.
Der Touchscreen an sich muss separat über ein passendes Steuerungsmodul per USB an dem ROCK64 angeschlossen werden. Die Eingaben werden NICHT über HDMI übertragen.
Eine Kalibrierung ist teilweise nur mit einem Windows-PC möglich.

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