Livestream – Der Plattformen-Test

Du suchst eine passende Plattform für deine Livestreams?
Ich habe einige Plattformen mal genauer unter die Lupe genommen und auf Vor- sowie Nachteile überprüft.
Somit soll dir der Start leichter fallen.

Dieser „kleine“ Test pro Seite basiert auf meiner Erfahrung, die ich mit der Seite bisher gesammelt hatte.
Es können immer Funktionalen dazu kommen aber auch weg fallen, dies kann ich mit diesem Test schlecht abbilden.


Twitch

Die wohl aktuell größte Plattform für Livestreams ist das zu Amazon gehörende Portal Twitch.
Früher gestartet unter dem Namen Justin.TV wurde eine separate Plattform für Gamer gegründet – Twitch. Da die Plattform die meiste Aufmerksamkeit bekam, wurde Justin.tv kurzerhand geschlossen und die ganze Entwicklung floss nur noch in Twitch.
Twitch richtet sich primär an Gamer.
Daher ist das Layout der Seite, sowie zur Verfügung gestellte Funktionen ganz klar auf Gaming fokusiert.
Für „Reallife“-Streams gibt es immerhin Kategorien wie IRG, Musik oder z.B. Kochen / Essen.

Zur Seite:
+ Such und Filterfunktionen für Streams (Spiele, Sprachen, Live, Vodcast)
+ Anmeldung komplett kostenlos
+ Gute Serverinfrastrucktur
– Zu viele Scripe, welche Browser und Apps verlangsamen (vor allem Tracker und Werbung)
– Viel Werbung bei gratis Accounts
– Populäre Streamer werden ganz klar bevorzugt angezeigt

Für den Zuschauer:
+ Player funktioniert gut
+ Mit einem Account lässt sich sehr einfach Personen folgen
+ Der Chat arbeitet zuverlässig
+ Plugins aus der Comunity, welche den Player verbessern
+ Viele Wiedergabemöglichkeiten (PC, Smartphone- / Tablet-Apps, SmartTV-Apps, Xbox-Anwendung, PS-Anwendung, Nintendo-Anwendung,…)
+ Per Amazon Prime lässt sich Werbung abschalten und ein Sub pro Monat gratis ausgeben
+ Video on Demand schnell verfügbar
– Viel Werbung und Tracking-Scripe
– Finden von neuen Streamern ist schwierig
– Musik in Videos wird stumm geschaltet

Für den Streamer:
+ Gute Serverinfrastrucktur
+ Eigene Kanalseite, welche mit Widgets verschönert werden kann
+ Übersichtliches Dashboard
+ Playlistfunktion für „nicht-Livestreams“
+ Partnerschaften möglich
+ Affilateprogramm für neue Streamer mit mehr als 3 Zuschauer im Durchschnitt
+ Der Stream kann durch Erweiterungen und Tools von dritten Seiten aufgepeppt werden
+ Statistiken zu vergangenen Streams einsehbar
+ Livestream per Twitch-App mit Smartphones möglich
+ Playlisten erstellbar (Sammlungen)
+ Grundfunktionen des Dashboards in der App verfügbar
– Einstellungen sehr unübersichtlich
– Keine privaten Streams möglich (z.B. Kanal mit einem Passwort schützen, oder auf „Nicht gelistet“ setzen)
– Es wird eine große Comunity für eine Partnerschaft benötigt
– Affilateprogramm hat große Einschränkungen und erfordert viele Personenbezogene Daten
– Qualitätsauswahl nur dauerhaft bei Partnern und priorisierter bei Affilate-Nutzern. Nur manchmal bei Free-Accounts
– Man geht in der großen Masse unter
– Bandbreitenlimitierung auf 6000kbps (keine guten 4K-Streams möglich)

Fazit: Twitch hat eine gute Infrastruktur, da sie bei Amazon zuhause sind. Die Seite an sich will aber sehr viele Nutzerdaten sammeln und klatscht viel Werbung ins Bild. Das stört nicht nur, sondern macht die Seite vor allem auf älteren Geräten etwas langsam.
Die Zuschauer haben kaum probleme, soweit der ISP mitspielt. Neue streamer gehen aber in der Masse unter, es sei, sie haben genau DAS Spiel was alle sehen möchten oder die Idee, die Zuschauer bindet.


YouTube

Von Google gibt es auch eine Möglichkeit live zu gehen. Das Ganze geht direkt über die Hauseigene Videoplattform YouTube.
YouTube liefert hierbei für alle etwas. Ob Gamer oder Reallife-Streamer, alle sind willkommen.

Zur Seite:
+ Schlichter aufbau
+ Extra Seite für Gamer (YouTube Gaming)
+ Gute Serverinfrastrucktur
– Einige Trackingscripe
– Nervige Werbung

Für den Zuschauer:
+ Bekannter YouTube-Player
+ Kanälen lässt sich per Abo folgen
+ Der Stream kann bis zu 4 Stunden zurückgespult werden (soweit es der Streamer aktiviert hat)
+ Viele Wiedergabegeräte vorhanden (Überall wo die YouTube-App drauf läuft, kann ein Stream geguckt werden)
+ Streamer lassen sich über Super-Chatter unterstützen
– Werbung und Trackingscripe
– Auffinden der Live-Seite und finden von neuen Streams sehr schwierig
– Die Suchfunktion kann zwar auf „Live“ filtern, aber sehr umständlich zu nutzen

Für den Streamer:
+ Übersichtliches Dashboard
+ Live-Funktion bei sauberen Accounts freischaltbar
+ Einfache Dokumentation um Live zu gehen
+ Ein Stream wird direkt als Video freigeschaltet, sobald er beendet wurde
+ Kann über AdSense und als YouTube-Partner monitarisiert werden
+ Dauerhafte Qualitätsauswahl für alle Streamer
+ Stream kann durch einige Comunityerweiterungen aufgepeppt werden
+ Zurückspulen und niedrige Latenz frei anpassbar
+ Bis zu 4K-Streams und 360°-Streams möglich
+ Statistiken nach dem Stream über Analitycs einsehbar
+ Livestream mit der YouTube-App mit dem Smartphone möglich
+ Streams Planen möglich (Abonnenten bekommen eine Zeitlich gesteuerte Info)
+ Der Stream kann auf „Nicht gelistet“ gesetzt werden
– Das Auffinden deines Streams ist schwierig
– Beschreibung des Streams nur mit Text möglich

Fazit: YouTube bietet eine gute Plattform für Neulinge, joch ist das Auffinden von neuen Stream schwierig, dafür werden Livestreams in deinem Abo-Feed auf der Startseite direkt angezeigt, soweit du den Kanälen folgst. Durch eine direkte Qualitätsauswahl ist das zusehen auch mit schlechter Internetanbindung möglich.


Mixer

Früher unter dem Namen Beam.Pro ist heute Mixer.com die Streamingplattform mit der FTL-Technologie.
Das seit 2017 zu Microsoft gehörende Portal richtet an Xbox-User und PC-Gamer, welche einfach Live gehen möchten.

Zur Seite:
+ Sehr übersichtlich gestaltet
+ Gute Suchfunktion (Game, Sprache, Nutzer)
– Einige Trackingscripe und Werbung
– Viele Scripte für die Seite notwendig, was für ältere Hardware nicht gut ist und häufig zu Fehlern in der Darstellung führt

Für den Zuschauer:
+ Gut gestalteter Player
+ Eingreifen in den Streams per Buttons möglich
+ Video on Demand schnell verfügbar
+ Einige Wiedergabemöglichkeiten (PC / Webbrowser, Xbox One, Smartphone- + Tablet-App)
– Wenig deutsche Streamer
– Keine Wiedergabemöglichkeit für TVs oder andere Konsolen

Für den Streamer:
+ Einige Server zur Auswahl
+ Faster than light Protokoll nutzbar (nur etwa 200ms Latenz)
+ Übersichtliches Dashboard
+ Übersichtliche Einstellungen und einfache Dokumentation
+ 480p Qualitätsauswahl durch Punkte freischaltbar (ohne Partnerschaft!)
+ Mit einer größeren „Fan-Gemeinde“ kann eine Partnerschaft beantragt werden und der Stream Monetarisiert werden
+ Co-Op-Stream direkt per Einladung ohne extra Webseiten notwendig
+ Einige Tools durch Comunitys vorhanden, welche per API Zugriff haben
+ Streamen direkt von der XBOX aus möglich
– Teile nicht Übersetzt
– Keine privaten Streams möglich (z.B. Kanal mit einem Passwort schützen, oder auf „Nicht gelistet“ setzen)
– Hauptsächlich englischsprachige Zuschauer
– Mehrere Qualitätsstufen für den Stream, nur in Partnerschaft möglich

Fazit: Seit der Umbenennung von Beam auf Mixer hat sich einiges vor allem im technischen Bereich getan. Wer auf niedrige Latenz steht, ist bei Mixer gut aufgehoben. Auch die übersichtliche Seite ist schön gestaltet und die Streams laufen gut.
Ehr negativ aufgefallen sind aktuell Punkte wie z.B. das ein Microsoft-Account bald dauerhaft notwendig sein wird, oder die Seite einfach zu viel auf JavaScript setzt.
Auch Wiedergabemöglichkeiten auf SmartTVs, PlayStation oder Streaming-Sticks (z.B. Chrome Cast oder Amazon FireTV) fehlen komplett. Hier besteht Nachholbedarf.
Es stehen immerhin bekannte Tools der Streaming-Comunitys auch für Mixer zur Verfügung (Chatbox, Alerts,…).


SmashCast

Auch SmashCast hat einen längeren Weg hinter sich. Gestartet unter dem Namen HitBox.tv wurde das Unternehmen mit Azubu zusammengeführt und es entstand daraus SmashCast.tv.
Das in Österreich ansässige Unternehmen ist der einzige Europäische Anbieter eines Streamingportals.

Zur Seite:
+ Übersichtlich gestaltet
+ Such-Funktion für Spiele, Sprache, Beliebtheit und E-Sport
+ Day & Dark-Mode nutzbar
+ Gute Serverinfrastrucktur
– Nutzt teilweise zu viel JavaScript
– Einige Tracker und nervige Werbung auf der Seite

Für den Zuschauer:
+ Schnelles Auffinden von neuen interesannten Streamern möglich
+ Guter Player
+ Interagieren mit dem Streamer per Chat oder Emojis möglich
+ Folgen des Streamers mit einem kostenlosen Account möglich
+ Zuschauen am PC, Smartphone und Tablet möglich
– Keine Anwendung für SmartTVs, Konsolen, Set-top-Boxen oder Streaming-Stricks

Für den Streamer:
+ Übersichtliches Dashboard mit allen notwendigen Funktionen
+ Angemessene Serverinfrastruktur
+ Geringe Latenz (2-5 Sekunden)
+ Kanalseite mit Widgets anpassbar
+ Affilateprogramm + Partnerprogramm
+ Gute Dokumentation für Neulinge
+ Schneller und netter Support
+ Erweiterungen von dritten Seiten verfügbar
– Wenig deutschsprachige Zuschauer
– Keine privaten Streams möglich (z.B. Kanal mit einem Passwort schützen, oder auf „Nicht gelistet“ setzen)
– Kaum Nutzer auf der Seite, welche dich entdecken können
– Qualitätsauswahl nur für Partner

Fazit: Die Seite war tatsächlich einst gut! Als das Projekt unter dem Namen HitBox lief, stimmten die Zuschauerzahlen und es kamen immer neue Funktionen dazu. Seit dem Zusammenschluss mit Azubu ging es jedoch ehr mehr Berg ab.
Viele Streamer verließen die Plattform und ein kleiner Rest blieb zurück. So fehlt es aktuell an einer wirklich aktiven Comunity. Man findet meist nur noch polnische oder russische Streams auf der Seite.
Die Seite hat aber aktuell das beste Potential, eine übersichtliche und schön gestaltete Seite für neue Streamer zu sein. Viele Funktionen die man aktuell kennt, haben andere Streamingportale von HitBox / Smashcast übernommen bzw. an denen ihr Design angelehnt.


Stream.ME

Wer eine Plattform sucht, die sich nicht nur auf Gaming beschränkt, sollte sich Stream.Me mal genauer ansehen.

Zur Seite:
+ Übersichtlich gestaltet
+ Suche mit den nötigsten Filtern vorhanden
+ Kleinere Spielerreien auf der Seite vorhanden
– Tracker und Werbung

Für den Zuschauer:
+ Folgen von tollen Streams mit einem kostenlosen Account möglich
+ Interagieren per Chat möglich

Für den Streamer:
+ Qualitätsauswahlsauswahl direkt verfügbar
+ Kanalseite frei anpassbar mit HTML-Tags
+ Nutzen von Spenden-Buttons oder Sub-Buttons möglich
+ Übersichtliches Dashboard
+ Viele Hauseigene Erweiterungen für den Stream
– Fast keine Tools aus der Comunity
– Keine privaten Streams möglich (z.B. Kanal mit einem Passwort schützen, oder auf „Nicht gelistet“ setzen)
– Nur eine englischsprachige Comunity aktuell auf der Seite unterwegs
– Qualitätsstufen sehen teilweise furchtbar aus
– Nur wenige Stream-Server

Fazit: Für Einsteiger eine wirklich gute Plattform, welche nicht direkt Spiele streamen möchten. Durch eine direkte Qualitätsauswahl kann man auch problemlos mit höheren Datenraten streamen.
Die Seite kann man sich also mal ansehen.


Livestream.com

Das Urgestein von Streamingplattformen ist Lviestream.com.
Doch das Urgestein ist in der Zeit etwas stecken geblieben, was sich in der Bewertung niederschlägt.

Die Seite:
– Es werden nur ausgesuchte Highlights auf der Startseite präsentiert
– Unübersichtlich gestaltet
– Suche funktioniert nur für Streamtitel oder Nutzer

Für Zuschauer:
+ Übersichtlich gestaltete Kanalseiten
+ Streamplayer funktioniert gut
+ Zuschauen am PC und Smartphone / Tablet möglich
– Keine Anwendungen für Konsolen, SmartTVs, Set-top-Boxen oder Streaming-Sticks
– Viele Scripts
– Viel nervige Werbung und Tracking-Scripts
– Auffinden von neuen Streams schwierig

Für den Streamer:
+ Gute Serverinfrastruktur
– Nur noch kostenpflichtig nutzbar
– Keine saubere Dokumentation für Neueinsteiger
– Unübersichtliches Dashboard und Einstellungsseiten
– Keine Erweiterungen aus der Comunity
– Qualitätsauswahl nur für zahlende Kunden

Fazit: Wer wirklich eine professionelle Lösung für ein Livestreamportal sucht und vor höheren Kosten nicht zurück schreckt, der kann Livestream.com mal ausprobieren. Für einen kostenfreien und einfachen Einstieg ist die Plattform aber nichts mehr.


uStream

Auch eines der Urgesteine der Livestream-Welt ist uStream. Das zu IBM gehörende Portal ist weltweit bekannt und vor allem Firmen setzen gerne auf uStream als qualitativ hochwertiges Streamingportal.

Zur Seite:
– Unübersichtlich gestaltet
– Suche findet nur Streamtitel oder Nutzer

Für Zuschauer:
+ Folgen von Streams mit einem kostenlosen Account möglich
+ Zuschauen am PC, Smartphone und Tablet möglich
– Keine Anwendungen für Konsolen, SmartTVs, Set-top-Boxen oder Streaming-Sticks
– Streams nur schwer auffindbar

Für den Streamer:
+ Gute Serverinfrastruktur
+ Offline-Stream (Playlist)
+ Hauseigene Software und Hardware zum Streamen vorhanden
– Unübersichtliches Dashboard
– Ab 08.2018 nur noch kostenpflichtig nutzbar
– Comunitys bilden ist sehr schwierig
– Viel Werbung und Tracking-Scripe
– Kanalseite etwas altmodisch und Anpassungen nur begrenzt möglich

Fazit: Da die Seite für Streamer ab August 2018 kostenpflichtig ist, werden viele die Plattform verlassen und sich nach Alternativen umsehen. Zwar war die Qualität der Seite immer auf einem hohen Level, doch sind sie in Sachen Erweiterungen schnell zurück gefallen.


DLive.io

Eine dezentrale Plattform für Livestreams ist DLive.io, welche für Bezahlungen auf die Steem Blockchain zurück greift.
Die Seite legt auf den ersten Blick mehr Wert auf den Bereich Gaming, doch auch andere Streamer sind willkommen.

Zur Seite:
+ Übersichtlich gestaltet
+ Filterung nach Livestreams und Videos
+ Keine Werbung und keine Tracking-Scripe
– Suche etwas dürftig

Für den Zuschauer:
+ Folgenden von Kanälen möglich
+ Login via Steem-Account möglich
+ Gästelogin mit z. B. Facebook, Twitter oder Google+ möglich
+ Unterstützung des Streamers per „Like“ möglich (Überweisung von Steem)
– Nur aktuell auf dem PC / mit Webbrowser nutzbar
– Suchen nach passenden Streams etwas schwierig, wenn viele Streamen

Für den Streamer:
+ Übersichtliches Dashboard mit Live-Update
+ Einfache Einstellungen
+ Akzeptable Infrastruktur
+ Automatische Qualitätsauswahl (nicht direkt auswählbar)
+ Titel, Beschreibung und Vorschaubild können live geändert werden
+ Auszahlungen der Einnahmen direkt über Steem
+ Streams stehen nach kurzer Zeit als Video zur Verfügung
+ Tags frei setzbar
+ Keine Partnerschaft notwendig, da Geld per Like verdient werden kann (Steem)
– Videos nach einigen Tagen nicht mehr aufrufbar
– Kanalseite dürftig anpassbar
– Wenig deutschsprachige Streamer
– Bei Verbindungsverlust wird der Stream sofort beendet und muss manuell wieder gestartet werden
– Aktuell noch eine kleine Comunity
– Nicht ganz dezentral wie erhofft (Wowza-Cloud wird verwendet)
– Keine privaten Streams möglich (z.B. Kanal mit einem Passwort schützen, oder auf „Nicht gelistet“ setzen)

Fazit: Aus DLive kann etwas werden. Aktuell fehlt es noch an Anpassungen und Erweiterungen für die Streams selbst. Ganz klar fehlt es aber aktuell noch an der Nutzerschaft, denn man findet meist eine Hand voll Streams wenn man mal rein schaut. Zu Stoßzeiten sind maximal etwa 40 Streams live.
Setzen sie mehr auf P2P um mehr dezentraler zu sein und auf ein besseren Seitenaufbau, kann aus der Seite etwas werden.
Wer einen Steem-Account hat, kann die Seite gerne einmal testen.

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